03.12.2016 - 12.03.2017

Ausstellungsbeteiligung in Potsdam Die wilden 80er Jahre in der deutsch-deutschen Malerei

 

 

Potsdam Museum, Forum für Kunst und Geschichte: Die wilden 80er Jahre in der deutsch-deutschen Malerei

 

Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

Öffnungszeiten: Di–Fr 10–17, Do bis 19, Sa, So 10–18

 

 

 

Informationen zur Ausstellung

Nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Systeme in Ost und West waren vollkommen unterschiedlich, sondern auch die Kunstszene. Dennoch lässt sich (besonders in den 1980er Jahren) eine tiefe Verbundenheit der deutschen Kultur über die Grenzen hinweg nachweisen“: ähnliche Sujets, ästhetische Strategien und malerische Formulierungen lassen Auch die Begriffe „Neoexpressionisten“ oder „Neue Wilde“ sind auf viele Künstlerinnen und Künstler beidseits der Mauer anwendbar. „Vor allem die jüngere Generation negierte die etablierten oder von der politischen Führungselite vorgeschriebenen Kunstformen und Kunstrichtungen“, so Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann. Bisher sind gemeinsame Präsentationen von Werken ost- und westdeutscher Künstlerinnen und Künstler nur vereinzelt vorgenommen worden. „Mehr als ein Vierteljahrhundert nach Mauerfall ist es an der Zeit, in der Kunst weitere Diskurse zu führen und ihre Parallelität und Diversität herauszuarbeiten“, so Götzmann, die die Ausstellung gemeinsam mit Dr. Anna Havemann kuratiert hat.

Die Retrospektive bietet mit 88 Werken von insgesamt 49 Künstlerinnen und Künstlern einen Überblick über die neue deutsche figurative Malerei mit ihren expressiven und neosurrealen Impulsen. Präsentiert werden Porträts und Gruppenkompositionen, Darstellungen von Konzerten und Happenings, Interpretationen von mythologischen und biblischen Themen sowie Szenen aus dem großstädtischen Umfeld oder der Subkultur. Bekannten Namen der Kunstgeschichte werden gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt. „Die Malerei dieses Jahrzehnts ist in ihren Farben und Formen durch eine ungezügelte Wucht sowie durch eine ästhetische und motivische Kompromisslosigkeit gekennzeichnet. Die Auseinandersetzung mit der Tradition der Malerei verläuft äußerst intensiv und heterogen“, erläutert Dr. Anna Havemann. Die Ausstellung präsentiert unter den zahlreichen Künstlern auch Elvira Bach, Ina Barfuss, Volker Bartsch, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Neo Rauch, Arno Rink, Salomé, Hans Scheuerecker und Bernd Zimmer. Sie kommen in der Medienlounge der Ausstellung mit Statements zum Lebensgefühl und ihrer künstlerischen Entwicklung in den 80er Jahren zu Wort. Die beiden Ausstellungsetagen werden im Treppenhaus durch eine Chronik verbunden, die das Jahrzehnt in bedeutenden politischen und kulturellen Ereignissen Revue passieren lässt. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Michael Imhof Verlag erschienen.